FPÖ Fortsetzungsgeschichte _ Die Linke

Blaue Fortsetzungsgeschichte …

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 1:

Norbert Hofers Burschenschaft „Marko- Germania zu Pinkafeld“ bezeichnet in der Festschrift anlässlich ihrer Gründung 1994 Österreich als „geschichtswidrige Fiktion“, die nach 1945 „in den Gehirnen der Österreicher festgepflanzt“ worden sei. Sie bekennt sich daher zum „deutschen Vaterland, unabhängig von bestehenden Grenzen“. Hofers burschenschaftliche Waffenbrüder haben ebenso Landkarten verteilt, auf denen die „Ostmark“ als Teil Großdeutschlands ausgewiesen wurde. Weiters seien lt. übergeordnetem Dachverband „Deutsche Burschenschaft“, die europäischen Grenzen „einseitige Verletzungen des Völkerrechts“, weil „keine freiwillige Abtretung der deutschen Ostgebiete“ stattgefunden habe.
Im Jahr 1987 schlug der Dachverband Deutsche Burschenschaft in Österreich (DBÖ), dem die „Marko- Germania zu Pinkafeld“ angehört, Rudolf Heß für den Friedensnobelpreis vor.
(vgl. Hans- Henning Scharsach, „Stille Machtergreifung“, Wien: Verlag Kremayr & Scheriau, 2017, S. 20-32)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 2:

Beleg für den Antisemitismus von Burschenschaften und FPÖ ist auch das Tragen der Kornblume bei besonderen Anlässen, wie konstituierenden Sitzungen von Nationalrat oder Landtagen.
Für die „Alldeutschen“ des rabiaten Antisemiten und Burschenschafters Georg Ritter von Schönerer, die die Kornblume im Parteilogo trugen, war diese vor allem Symbol ihres im Parteiprogramm festgeschriebenen Judenhasses. Als Erfinder des Rassen- Antisemitismus wurde Schönerer zum geistigen Vater von Hitler, wozu sich dieser in „Mein Kampf“ ausdrücklich bekannte. In der Verbotszeit (1933- 1938) war die Kornblume Erkennungszeichen der illegalen Nazis und diente damit als Ersatz für deren verbotenen Symbole.
Der „Bund freier Jugend“, die Nachwuchsorganisation der neonazistischen AFP, führt sie heute wieder im Vereins- Logo. (vgl. Hans- Henning Scharsach: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien:Kremayr & Scheriau, 2017, S. 36-39)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 3:

Immer wieder haben sich Burschenschafter als Feinde der Demokratie ausgewiesen. Ab 1918 waren sie an jeder antidemokratischen Erhebung gegen die Weimarer oder Erste Republik federführend beteiligt: Am Kapp- Putsch von 1920 in Berlin, an Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle von 1923 in München und am nationalsozialistischen Juliputsch des Jahres 1934 in Wien. 1933 waren es ebenfalls Burschenschafter, die gemeinsam mit dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund und der SA in 63 deutschen Städten die zweite Bücherverbrennung unter ausdrücklicher Berufung auf das Wartburgfest organisierten.
Die „Aldania“, der Vizebürgermeister Johann Gudenus, der Abgeordnete zum Nationalrat Andreas Karlsböck und der Wiener Gemeinderat Dominik Nepp angehören, hatte im gleichen Jahr das „Führerprinzip“ eingeführt. Viele Burschenschaften haben es damals von der NSDAP übernommen und ihren Mitgliedern mehrheitlich den Beitritt zu SA und SS vorgeschrieben. Die überwiegende Mehrheit der burschenschaftlichen Studenten hatte daraufhin vor 1938 zu „geheimen Organisationen der illegalen NSDAP“ gehört. Nach dem „Anschluss“ 1938 geschah die Eingliederung in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund freiwillig. In der Festschrift anlässlich ihrer 130- Jahr- Feier berichtet die „Olympia“ stolz von einer „eindrucksvollen Feier im großen Konzerthaussaal anlässlich der Überführung der waffenstudentischen Korporationen in die Gliederungen der NSDAP“. (vgl. Hans- Henning Scharsach, Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Kremayr & Scheriau, 2017, S. 46- 50)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 4:

Keiner (!) der österreichischen nationalsozialistischen Verbrecher wurde aus seiner burschenschaftlichen Verbindung ausgeschlossen:
— Die Innsbrucker „Germania“ führt den Euthanasiearzt und Kommandanten des Vernichtungslagers Treblinka, Irmfried Eberl, weiter in ihren Mitgliederlisten.
– Die Grazer „Arminia“ steht in Treue zu Ernst Kaltenbrunner, der als Chef des Reichssicherheitshauptamtes zu den Zentralfiguren der nationalsozialistischen Terror- und Tötungsmaschinerie gezählt hat.
— Nach wie vor Ehrenmitglieder der „Sängerschaft Scalden“ sind SS- Obersturmbannführer Hermann Richter, der als KZ- Arzt in Gusen und Dachau gesunden Lagerinsassen Organe entnahm, und Ferdinand von Sammern- Frankenegg, SS- Polizeiführer des Distriktes Warschau und damit verantwortlich für die Ermordung von mehr als 1000 und die Deportation von 55.000 Jüdinnen und Juden.
— Georg Ritter von Schönerer, Hitlers Vorbild und Begründer des Rassen- Antisemitismus, blieb Ehrenmitglied der „Libertas“, der „Gothia Wien“ und der Innsbrucker „Germania“.
— Folgenden Ehrenmitgliedern der „Arminia“ soll ein „ehrendes Andenken bewahrt werden“: Gestapo- Chef Herbert Kappler, für die Deportation von Tausenden Jüdinnen und Juden verantwortlich; Walter Reder, der wegen gemeinschaftlichen Mordes an 1000 Zivilisten verurteilt wurde; NS- Luftwaffenkommandant Ulrich Rudel.
— Nazi- Idol Horst Wessel, der den Text zum Kampflied der SA verfasst hat, das zur Parteihymne der NSDAP wurde, ist weiterhin Ehrenmitglied der „Corps Alemannia Wien zu Linz“.
Derselben Burschenschaft gehören der derzeitige oberösterreichische Landeshauptmann- Stellvertreter und FPÖ- Parteiobmann Manfred Haimbuchner und deren Klubobmann im oberösterreichischen Landtag, Günther Steinkellner, an. (Inhalt entnommen aus: Hans- Henning Scharsach, Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Kremayr & Scheriau, 2017, S. 50-52)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 5:

— Norbert Hofers Mitarbeiter ist René Schimanek, der sich 1987 gemeinsam mit seinem Bruder Hans Jörg (jun.) an Gottfried Küssels neonazistischen Wehrsportübungen beteiligt hatte.
— Ein anderer Mitarbeiter, der Burschenschafter Herwig Götschober (Bruna Sudetia), ist Sprecher des rechtsextremen Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ und Mitorganisator des Akademikerballs in der Wiener Hofburg. Ebenso zählt er zu den Freunden des antisemitischen Facebook- Accounts „Itzak Wucherfil Shekelsteyn“.
— Im Präsidentschaftswahlkampf gab Hofer der NPD- Postille „hier & jetzt“ ein ausführliches Interview. Die Fragen stellten der Burschenschafter und damalige NPD- Landtagsabgeordnete Arne Schimmer und Thorsten Thomsen, Pressesprecher der NPD- Fraktion in Sachsen.
— Zu Hofers Freunden zählt ebenfalls der Burschenschafter und Maler Manfred Wiesinger, der sich mit Künstlernamen nach dem wichtigsten Gott der Germanen Odin nennt und seine Arbeiten mit dem einstige Symbol der Hitler- Jugend, der Odal- Rune signiert. Als Medien die NS- Bildsprache von Odin Wiesinger zum Thema machten, wurde dieser von Hofer getröstet: „Sei dir meiner Freundschaft gewiss. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.“ (vgl. Hans- Henning Scharsach, Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Verlag Kremayr & Scheriau, 2017, S. 58- 65)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 6:

Die aus Frankreich kommende „Identitäre Bewegung“ (IB), die im Windschatten des rechtsextremen Front National entstanden ist und sich gegen „islamische Eroberer“ wendet, weil sie einen Bevölkerungsaustausch planen würden, wurde von den österreichischen Burschenschaften zu einer PR- Aktion umgeformt. Ihre Initiatoren kommen aus denselben Burschenschaften wie die Spitzenpolitiker der Freiheitlichen und erhalten begeisterte Unterstützung durch amtsbekannte Neonazis und politische Führungsfiguren rechtsextremer Parteien. Bundesleiter und Sprecher der österreichischen Identitären ist Martin Sellner (Universitätssängerschaft Barden Wien), von dem es Fotos gibt, wie er bei neonazistischen Veranstaltungen einträchtig mit Gottfried Küssel (Danubo- Markomannia) marschiert. Sellners Brüder, Thomas Sellner, Leiter der Identitären in Niederösterreich, und Georg Sellner sind Mitglieder der penalen Verbindung „Tauriska Baden“, der auch der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Christian Höbart angehört.
FPÖ- Politiker und Jugendfunktionäre nehmen zahlreich an Aufmärschen der Identitären teil, sprechen Einladungen aus oder halten Begrüßungsreden. Michael Schnedlitz, der freiheitliche Bürgermeister von Wiener Neustadt, hieß z.B. bei einer dortigen FPÖ- Kundgebung die „liebe Identitäre Bewegung“ mit herzlichen Worten willkommen. Der Grazer Vizebürgermeister und Burschenschafter Mario Eustacchio (Stiria Graz) beteiligte sich an einer Demonstration der Identitären in Spielfeld. Norbert Hofers persönlicher Schützling, Géza Molnár (Hansea Wien), der zum Klubobmann der FPÖ im burgenländischen Landtag aufgestiegen ist, nahm demonstrativ an einer Einladungsveranstaltung des burgenländischen Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) für die Identitären in Eisenstadt im Sommer 2015 teil.
FPÖ- Parteiobmann Strache (Vandalia Wien) leistete der rassistischen Gruppierung ebenfalls Hilfestellung, indem er über seinen Facebook- Account das Werbevideo „Komm in die Identitäre Bewegung“ verbreitete. Der derzeitige FPÖ- Innenminister Herbert Kickl eröffnete im Oktober 2016 in Linz den von Burschenschaftern, Identitären und Rechtsaußen- Medien veranstalteten Kongress „Verteidiger Europas“.

(vgl. Hans- Henning Scharsach: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Kremayr & Scheriau, 2017, S. 98- 107)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 7:

Als Flaggschiff unter den FPÖ-nahen Mobilisierungsinstrumenten und gleichzeitig „Tummelplatz für Hassposter“ wird vom Medienexperten Fritz Hausjell, neben der facebook- Seite von H.C. Strache, die Internetseite „unzensuriert“ genannt. Geschäftsführer der vom ehemaligen FPÖ- Parlamentspräsidenten Martin Graf gegründeten, und von Burschenschaftern geführte Plattform ist Walter Asperl, Referent im Freiheitlichen Parlamentsklub und wie Graf Mitglied der Burschenschaft „Olympia“. Sitz der Redaktion von „unzensuriert“ ist das Haus der Burschenschaft „Gothia Wien“. Die auf besagter Internetseite in Postings regelmäßig losgetretenen Wellen des Hasses, der Menschenverachtung und Gewaltbereitschaft in typischer NS- Diktion dienen den FPÖ- Medienmachern und Wahlkampfstrategen als Mobilisierungsinstrumente.
Die Website „Eau de Strache“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, derart hetzerische Postings zu sammeln, um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. So bezeichnete z.B. auf Straches facebook- Account der Nationalratsabgeordnete Christian Höbart (Tauriska Baden) Flüchtlinge als „Erd- und Höhlenmenschen“, drohte FPÖ- Vizebürgermeister Johann Gudenus (Vandalia Wien und Aldania Wien) den „Asylbetrügern“, „Verbrechern“, „illegalen Ausländern“ und „linken Schreiern“ mit „Knüppel aus dem Sack“ und wollte der oberösterreichische FPÖ-Politiker Wolfgang Kitzmüller (Arminia Czernowitz) „Schwuchteln hinter dem VOEST- Gelände“ entsorgen, wo sich einst eine Außenstelle des Konzentrationslagers Mauthausen befand.
In dieses Bild passt auch, dass Burschenschafter in ihren Internet- Auftritten oft die inoffizielle SS- Hymne „Wenn alle untreu werden…“ verbreiten und ihre Leser mit „Heil“ begrüßen. „In korporierten Kreisen ist dieser Wohlergehensgruß völlig normal“, erklärte dazu der ehemalige Spitzenkandidat des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS), Gernot Schandl (Gothia Wien).
(vgl. Hans- Henning Scharsach: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Kremayr & Scheriau, 2017, S. 108- 127)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 8:

In den drei Printmedien „Aula“, „Zur Zeit“ und „Eckart“ findet die Zusammenführung von Burschenschaftern, FPÖ- Politikern, Rechtsextremisten und Neonazis exemplarisch statt- mit nahezu den gleichen Themen. So wurde z.B. in der „Aula“ wie auch in „Zur Zeit“ behauptet, Massenvergasungen mittels Zyklon B seien technisch gar nicht möglich gewesen und der Holocaust sei daher ein Mythos. Burschenschaftliche Autoren und Blattmacher standen deshalb mehrfach vor Gericht. Unter anderem wurde Herwig Nachtmann (Brixia Innsbruck) als Chefredakteur der „Aula“, die von den „Freiheitlichen Akademikerverbänden“ (FAV) herausgegeben wird, wegen Verstoßes gegen das Verbotsgesetz verurteilt. Andreas Mölzer (Corps Vandalia Graz), EU- Abgeordneter der FPÖ, der die Chefredaktion von „Zur Zeit“ Anfang 2014 an seinen Sohn, den freiheitlichen Bildungssprecher im Nationalrat Wendelin Mölzer (Corps Vandalia Graz) übergeben hatte, wurde ebenfalls wegen Übertretung des Verbotsgesetzes mit einer Verwaltungsstrafe belegt. Der mittlerweile verstorbene Johann Gudenus sen. (Aldania und Valdania Wien), Mitherausgeber von „Zur Zeit“, wurde zu einer einjährigen, bedingten Freiheitsstrafe verurteilt, nachdem er die Gaskammern im Dritten Reich in Frage gestellt hatte. Nur in Einzelfällen- wenn die Berichterstattung darüber Burschenschaften in Misskredit zu bringen droht- führt das zu Ausschlussverfahren, wie bei Jürgen Schwab (Thessalia zu Prag und Germania Graz), der über Jahre als Referent und Publizist auch in der „Aula“ die „antidemokratischen Traditionen“ als „wesentliches Prinzip“ der Burschenschaften beschrieb. (vgl. Hans- Henning Scharsach: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Kremayr & Scheriau, 2017, S.147- 149)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 9:

Die Legitimierung von Gewaltanwendungen gehört von Anfang an zu den Wesensmerkmalen völkischer Korporationen. Das Duell als ritualisierte Form gewaltsamer Konfliktaustragung in Form der Mensur hat sich u.a. bis heute erhalten. In einer Art rechtsfreiem Raum wird dabei zu körperlicher Gewalt erzogen und diese als Training zu Mut, Selbstdisziplin und Willenskraft glorifiziert. Beim studentischen Fechten „Verletzungen in Kauf zu nehmen und dennoch stehen zu bleiben“ sei eine „großartige Schule für das Leben“ und „absolut unverzichtbar“ für die Korporationen, befand der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Harald Stefan (Olympia).
Die Liste der Gewalttaten, in die Korporierte seit Ende des zweiten Weltkrieges verwickelt waren, ist lang. Anfang der 1970er- Jahre ließ der Burschenschafter Norbert Burger (Olympia) seinen Südtiroler „Befreiungskampf“ mit 30 Todesopfern zum Blutbad ausarten. Gemeinsam mit anderen Burschenschaftern gründete Burger anschließend die Nationaldemokratische Partei (NDP), die u.a. für einen Bombenanschlag auf ein Kino, sowie Überfälle auf linke Jugend- und Kulturzentren verantwortlich war. Der ehemalige Dritte Präsident des Nationalrates der FPÖ, Martin Graf (ebenfalls Olympia), sagte dazu: „Ich habe Norbert Burger immer geschätzt und tue das auch noch über den Tod hinaus.“ Der freiheitliche Universitätsrat Friedrich Stefan verharmloste Burgers tödlichen Terror als „Einsatz für das bedrohte Grenzland- Deutschtum“.
Höhepunkt des burschenschaftlichen Terrors war die Gründung von Gottfried Küssels „Volkstreuer außerparlamentarischer Opposition“ (VAPO). Dort wurden zur Vorbereitung der militärischen Machtergreifung Wehrsportübungen veranstaltet, bei denen auch Norbert Hofers Büroleiter René Schimanek und dessen Bruder Hans- Jörg anwesend waren. Im Prozess gegen Hans- Jörg Schimanek im Jahre 1994 wurde den Geschworenen ein Videomitschnitt einer solchen „Ausbildung“ vorgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei der Angeklagte als Referent zum Thema „schnelles und lautloses Töten von Feinden“.
Im Thüringer Untersuchungsbericht zum Skandal um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) tauchte ein Mitglied der besonders weit rechts stehenden Burschenschaft „Thessalia zu Prag in Bayreuth“ als deren Unterstützer auf. Der steirische Nationalratsabgeordnete der FPÖ, Axel Kassegger, ist ebenfalls Mitglied dieser Burschenschaft.
(vgl. Hans- Henning Scharsach: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Kremayr & Scheriau, 2017, S. 154- 159)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 10:

Die Burschenschaft „Arminia Czernowitz“, der auch der Linzer FPÖ- Stadtrat Detlef Wimmer, der freiheitliche Gemeinderat Markus Hein und zahlreiche andere FPÖ- Funktionsträger angehören, warb Ende April 2010 für einen Vortrag des antisemitischen Verschwörungstheoretikers Richard Melisch mit einem Originalsujet der NSDAP, auf dem nur das Hakenkreuz übermalt war. Mario Moser, Funktionär der FPÖ Linz, warb mit der facebook- Seite „Detlef Wimmer mit uns – und wir mit Detlef Wimmer“, dazu stellte er Links zur deutschen Neonazi- Band „Zillertaler Türkenjäger“, die gelegentlich mit der verbotenen Neonazi- Band „Landser“ gemeinsame Titel wie „Arisches Kind“ aufnimmt.
Detlef Wimmer unterhielt über Jahre Beziehungen zum neonazistischen „Bund Freier Jugend“ (BFJ), bei dessen Veranstaltungen braune Prominenz wie Gottfried Küssel oder Felix Budin mit Mitgliedern des FPÖ- Nachwuchses ideologische Fragen diskutiert und gemeinsam feiert. In der Zeitung „Jugendecho“ des BFJ wird die „Kampfbereitschaft der nationalen Jugend“ eingefordert, NS- Biografien werden als Vorbild dargestellt und es wird „Rassenhass“ propagiert. Mehrere Mitglieder des BFJ wurden wegen Wiederbetätigung vorbestraft. Als oberösterreichischer Landesvorsitzender des „Ringes Freiheitlicher Jugend“ (RFJ) hat Wimmer die Parteijugend mit der neonazistischen Kaderschmiede des BFJ zusammengeführt und Doppelmitgliedschaften ebenso geduldet wie die Teilnahme an Veranstaltungen der neonazistischen NPD. Nach Bildung der Schwarzen- blauen Koalition im oberösterreichischen Landtag wurde Wimmer dann von Landeshauptmann Josef Pühringer das Ehrenzeichen für Verdienste um die Oberösterreichische Jugend verliehen.
(vgl. Hans- Henning Scharsach: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien:Kremayr & Scheriau, 2017, S. 178- 180)

 

„Die FPÖ und die Burschenschaften“, Teil 11:

Burschenschafter sind überall dabei, wo Neonazis ihre Treue zum NS- System zelebrieren. Besonders gut dokumentiert sind die so gennannten Akademien der neonazistischen „Arbeitsgemeinschaft für Politik“ (AFP), bei denen die bekanntesten Brandredner der braunen Szene Seite an Seite mit Burschenschaftern und Spitzenpolitikern der FPÖ auftreten. Zu den Referenten der AFP zählten Kriegsverbrecher, Gaskammern- Leugner, radikale Antisemiten, Rassisten und NPD- Funktionäre. Anhand gedruckter Einladungslisten und Zeugenaussagen von Ermittlern ist eindeutig belegt, dass FPÖ- Politiker diesen Neonazi- Veranstaltungen durch ihre Auftritte den Anschein wissenschaftlicher und politischer Seriosität gegeben haben, u.a. Wiens Vizebürgermeister Johann Gudenus (Vandalia und Aldania Wien), Wiens FPÖ- Landesparteisekretär Hans- Jörg Jenewein (Silesia) und FPÖ- Mitglied des Europaparlaments bis 2014, Andreas Mölzer (Corps Vandalia Graz). In der Burschenschaft „Teutonia“ fanden auch zahlreiche Mitglieder von Gottfried Küssels neonazistischer VAPO Unterschlupf, die für die Wiederzulassung der NSDAP und die Wiederherstellung des Deutschen Reiches gekämpft hatten. Ein anderer prominenter FPÖ- Politiker ist Mitglied dieser Burschenschaft, die Neonazismus „im Einklang mit der Bundlinie“ sieht: Vorarlbergs FPÖ- Parteiobmann Reinhard Eugen Bösch.
(vgl. Hans- Henning Scharsach: Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften. Wien: Kremayr & Scheriau, 2017, S. 183-184)

Fortsetzung folgt …

 

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